Alles neu...oder doch nicht?

1. Januar 2016

Nach fünf Jahren im Ghost Factory Racing Team geht Katrin Leumann ab dem
1. Januar 2016 neue Wege. Doch ganz unbekannt ist die Zukunft nicht.

Im Buch über die Karriere von Katrin Leumann wurden schon einige Geschichten geschrieben, neue Seiten und neue Kapitel kamen dazu. Nun wird zurückgeblättert zum Kapitel „Goldwurst-Power / Sputnik denn es gibt eine Neuauflage dieser erfolgreichen Zusammenarbeit. Im Olympiajahr setzt Katrin Leumann auf alt Bewährtes; neu aufgegleist.
Im 2016 wird die Spitzenathletin wieder mit ihrem eigenen Team unterwegs sein. Unterstützt wird sie von Jenzer Fleisch- und Feinkost in Arlesheim mit dem Slogan goldwurst-Power und das Material erhält sie vom Sputnik Bikeshop Zweisimmen / Lenk wo ihr mit Patrick Griessen ein erfahrener Weltcup Mechaniker und „Tüftler“ zur Seite steht. In dieser Konstellation konnte Katrin Leumann bereits beachtliche Erfolge feiern, wie den Europameistertitel im 2010, mehrere Schweizermeistertitel und den 5. Rang in der Weltrangliste.
Zudem konnte Leumann die Firma KMU Jobs aus Pratteln als neuen Helmsponsor gewinnen. Mit mehr Freude an der Arbeit geht es nun ins 2016!
„Ich nahm die Situation als neue Chance an und bin froh, dass ich auf so gute Partner zählen kann. Ich freue mich auf die Herausforderung wieder selber mehr anpacken zu müssen und kann mir jetzt die Saison so aufbauen wie es für mich am Besten passt,“ erzählt Leumann.
Dass dies natürlich nicht mehr so komfortabel ist wie in einem grossen Team stört Leumann nicht. Erfolgreich kann man auch als Einzelathletin sein, dies hat sie ja bereits eindrücklich bewiesen. Und so bleiben auch die Ziele die Selben wie zuvor. Das ganze Jahr steht im Zeichen der Olympischen Spiele in Rio und Leumann möchte es versuchen sich ein drittes Mal für die Spiele zu qualifizieren.

„Ich möchte mich bei der Firma Ghost und allen Betreuern ganz herzlich bedanken für die spannende Zeit, die grosse Unterstützung und die vielen Erlebnisse, von denen ich einige bestimmt mein Leben lang nicht vergessen werde“, sagt Leumann zum Abschluss.


Sponsoren und Partner:

- Jenzer Fleisch und Feinkost
- Sputnik Bikeshop Zweisimmen / Lenk
- KMU Jobs, Pratteln
- Texmarket
- Northwave
- DT Swiss
- Sponser Sport Food
- Oakley

Radquer in Pfaffnau vom 26. Dezember 2015

28. Dezember 2015

Das Radquerrennen in Pfaffnau stand ganz im Zeichen von meinem letzten Rennen im Ghost Dress. Ich wollte als Dank nochmals eine tolle Leistung zeigen und nahm mir trotz Erkältung viel vor.
Der Start gelang mir noch gut und ich führte das Feld die ersten Meter an. Doch dann lag ich auch schon hart gelandet am Boden und alle über mir. Eine Konkurrentin aus den USA touchierte mein Hinterrad so heftig, dass sie einen Massencrash auslöste. Ich fand den Weg leider erst als letzte wieder aus dem Getümmel und musste auch gleich beim ersten Posten mein Rad wechseln, da sich der Lenker verdreht hatte. Nach rund 600 Metern überquerte ich das erste mal die Ziellinie bereits mit fast einer Minute Rückstand als Letzte.
Ich rollte nun das Feld wortwörtlich von hinten auf und versuchte jede Runde Fahrerinnen zu überholen, was mir auch gelang. Ein Ausrutscher verzögerte meine Fahrt nach vorne etwas, doch kurz bevor es auf die letzte Runde ging, konnte ich mich auf den 3. Rang kämpfen. Motiviert von meiner Aufholjagd gab ich diesen Rang nicht mehr aus den Händen und beendete das Rennen nach einer beeindruckender Fahrt auf dem Podest.
©Michel Studer

EKZ Cross Tour in Eschenbach vom 13. Dezember 2015

14. Dezember 2015

Nach dem Trainingslager in Spanien mit der Nationalmannschaft tauschte Katrin Leumann das Mountainbike gegen ihre Cross Räder und machte sich auf den Weg an das internationale Radquer Rennen in Eschenbach. Der Wechsel von den breiten auf die schmalen Stollenreifen bereitete Leumann scheinbar keine Probleme. Trotz der sehr kurzen Vorbereitungsphase zeigte Leumann in Eschenbach, dass auch im Radquer mir ihr zu rechnen ist.
"Tja, ich sass heute tatsächlich erst das zweite Mal in dieser Saison auf dem Crosser. Bei der Streckenbesichtigung hatte ich schon noch etwas Mühe mit dem holpprigen Untergrund und grossen Respekt vor der schwierigen Abfahrt", meint Leumann. Die besagte Abfahrt war das Herzstück der abwechslungsreichen Strecke in Eschenbach. Eine lange Querpassage über eine noch angefrorene Wiese mit einer sehr steilen und rutschigen Abfahrt, bei der man unten die Kurve in den Wald nicht verpassen durfte stellte die Höchstschwierigkeit dar. Und obwohl Leumann grossen Respekt davor hatte, konnte sie genau in dieser Passage die zahlreichen Zuschauer beeindrucken. "In der ersten Runde kam ich etwa an 10. Stelle zum höchsten Punkt. Vor mir reihten sich alle auf der selben Linie ein und es bildete sich schon eine Kolonne, da entschied ich mich eine andere Linie zu fahren", kommentierte Leumann, "ich nahm die untere Linie und konnte das Rad laufen lassen ohne dass ich abrutschte und bog unten zu meinem Erstaunen an zweiter Stelle liegend in den Wald ein." Bis zur ersten Zielpassage blieb Leumann am Hinterrad der Leaderin der Cross Tour Pavla Havlikova aus Tschechien und wurde dann vom Speaker auch als Überraschung des Tages angekündigt. Selbst überrascht über den Rennverlauf ging Leumann das Rennen nun eher defensiv an und versuchte der Spitzengruppe einfach zu folgen. Eva Lechner, die Nummer 4 der Welt und Pavla Havlikova setzten sich nach den ersten Runden ab, dahinter folgten Sina Frei und Katrin Leumann auf den Rängen 3 und 4. In der zweitletzten Runde rutschte Leumann jedoch wortwörtlich nach einem Sturz und einem Kettenaushänger aus der Entscheidung um den letzten Podestplatz heraus. Trotzdem kann sie mit dem 5. Rang, den sie in den letzten zwei Runden noch verteidigen konnte sehr zufrieden sein. "Das 40-köpfige Feld war mit international erfahrenen Athletinnen gespickt und ich rechnete eigentlich nicht mit einer Top 10 Platzierung, so kann es weitergehen", schmunzelt Leumann im Ziel.

Resultate
©Michel Studer

Technik-Trainingslager mit der Nationalmannschaft

8. Dezember 2015

Es könnte auch eine Flucht aus der hektischen Vorweihnachtszeit sein, doch vielmehr nützen wir hier im Hinterland von Barcelona die Zeit um an unserer Bike-Technik zu feilen. Mit der Nationalmannschaft weile ich bereits seit einer Woche in der Nähe von Terrassa und profitiere von den Tipps und Tricks die uns Oscar Saitz preis gibt.
Das Gebiet hier eignet sich ausgezeichnet zum Biken. Wir unternehmen wunderschöne Touren und erkunden die Landschaft auf unzähligen Trails, die auch immer wieder mit Schwierigkeiten gespickt sind, so dass wir täglich neue Herausforderungen annehmen können.
Natürlich fanden wir an unserem Ruhetag auch den Weg in die Stadt Barcelona. Trotz dem kurzen Aufenthalt reichte es um ein paar kulturelle Bauten zu besichtigen und ich bin immer noch fasziniert von den eindrücklichen Gaudi Gebäuden.
Nach einem Ausdauerblock in den letzten Tagen kommen nun noch ein paar intensivere Trainings gespickt mit technischen Schwierigkeiten auf uns zu, bevor es am Freitag wieder zurück in die Schweiz geht. Dort geht es dann aber Schlag auf Schlag weiter mit dem EKZ Cross Tour Rennen in Eschenbach wo ich zum ersten Mal diese Saison mit dem Radquer Bike unterwegs sein werde.

Trainingsstart

12. November 2015

Das Wetter könnte nicht besser sein um das regelmässige und geplante Training wieder in Angriff zu nehmen. Nach einer erholsamen Pause bin ich nun wieder voller Energie und Motivation die neue Saison in Angriff zu nehmen.
Nach einer 4 wöchigen Aufbauphase geht es Mitte Dezember mit der Nationalmannschaft ins erste Trainingslager. Dort wird neben der Ausdauer auch viel Zeit ins Techniktraining auf dem Bike investiert.
Danach plane ich ein paar Radquer Rennen bevor es dann im Januar bis März mit diversen Aufenthalten in der Wärme weiter in Richtung Saisonstart geht.
Ein spannendes Jahr steht bereit…mit neuen Leuten und Material soll es dann Mitte Jahr in Richtung Westen gehen…Die Olympischen Spiele in Rio stehen vor der Tür und wie bei jedem Sportler dreht sich auch bei mir im 2016 alles um die 5 Ringe!

Pressemitteilung

Katrin Leumann erhält nach einer schwierigen Saison keinen neuen Vertrag beim Ghost Factory Racing Team.

Nach einer 5 jährigen Zusammenarbeit wird der auslaufende Vertrag nicht wie erwartet um ein Jahr verlängert. Obwohl es eine reine Formsache hätte werden sollen, wird das Verhältnis per Ende Jahr aufgehoben. Nach dem langen Spitalaufenthalt wegen einer Blinddarmoperation verlief die Saison für die Riehenerin Katrin Leumann resultatmässig unter den Erwartungen. Sie war zwar in Rekordzeit wieder fähig im Weltcup mitzutun und den hohen Belastungen stand zu halten, konnte aber noch nicht an ihre alten Leistungen anknüpfen. So wurde ihr Mitte September mitgeteilt, dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird.
„Für mich war es ein Schock. Ich habe alles daran gesetzt möglichst schnell wieder ins Renngeschehen zurück zu kommen und habe mich stets in die Dienste des Teams gestellt. Dass ich nun zu einem so späten Zeitpunkt im Jahr die Mitteilung erhalte, dass ich nächstes Jahr nicht mehr in den Farben von Ghost unterwegs sein werde, ist ein harter Schlag,“ sagt eine bedrückte Katrin Leumann.

Die Firma Ghost war immer bekannt dafür, dass man Athletinnen nach einer Verletzung oder Krankheit nicht einfach fallen gelassen hatte, dies gilt leider nicht für Katrin Leumann. Sie muss sich nun für die wichtige Olympiasaison neu organisieren. Da alle Verträge bei grossen Teams und Sponsoren bis nach den Olympischen Spielen laufen, wird es extrem schwierig bis unwahrscheinlich in einem Weltcupteam Unterschlupf zu finden.
„Ich bin sehr froh, dass ich einige persönliche Sponsoren habe, die bereits über Jahre zu mir halten und mich in guten wie auch in schlechten Zeiten unterstützen. Irgendeine Lösung wird es dann schon geben und die Olympischen Spiele in Rio bleiben mein Ziel auch ohne grosses Weltcup Team im Rücken“, meint Leumann optimistisch.
©Armin Küstenbrück

End of season...

Es war dann doch nicht ganz so einfach, nicht an der WM dabei sein zu können. Seitdem ich 2003 in Lugano zum ersten Mal an einer WM starten durfte verpasste ich nur gerade die WM in Neuseeland und eben dieses Jahr die WM in Andorra. Um mich an diesem Wochenende abzulenken versuchte ich mich erneut im Bike-Orienteering. Direkt um die Ecke in Seewen (SO) wurden am Samstag und Sonntag zwei nationale Rennen ausgetragen. Den Samstag nutzte ich, um wieder ins Kartenlesen hineinzukommen und war schon ganz froh, dass ich alle Posten in der richtigen Reihenfolge gefunden habe. Zu meinem Nachteil musste man nicht mehr bei jedem Posten anhalten und den „Finger“ zum Abstempeln in das Loch halten, sondern man konnte mit einem Meter Abstand einfach daran vorbei rauschen. Ich musste also meine Kartenlesestopps minimieren und versuchen vermehrt während dem Fahren meine Routen zu planen. Am Sonntag auf der verkürzten Langdistanz gelang mir dies ausgezeichnet und ich konnte das Rennen gewinnen!

Nun stand noch das Bundesliga Finale in Bad Säckingen auf dem Programm. Ehrlich gesagt ging meine Motivation mit der Nichtselektion für die WM ziemlich verloren und ich wurde zum Genuss Biker. Ich unternahm ein paar wunderschöne Freeride Touren im Wallis oder genoss die Region beim schönen Spätsommerwetter, aber zu mehr konnte ich mich nicht mehr antreiben.
So startete ich ohne grosse Ambitionen zum doch hochdotierten und gut besetzten Rennen. Ich nahm mir einen schnellen Start vor und setzte dies sogleich um. Ich stürmte von der dritten Reihe aus startend an die Spitze und führte das Feld den ersten Aufstieg hinauf an. Vor dem ersten Trail liess ich meine Teamkollegin Helen passieren und versuchte danach meinen Rhythmus zu finden. Die hohe Frequenz beim Atmen liess meine Lungen brennen und ich musste in der ersten Runde etwas Tempo herausnehmen. Diese Intensitäten war ich mir nicht mehr gewohnt. Danach ging es ganz gut, aber so richtig ans Limit gehen und mich quälen lag nicht mehr drin. Ich beendete das Rennen in den Top 15 und war in Gedanken bereits in den Ferien.

Denn bereits ein Tag nach dem Rennen ging mein Flieger nach Vancouver, wo ich mit meinem Bruder gute zwei Wochen Freeride Spass geniesse. Wir erkunden all die berühmten North Shore Trails rund um Vancouver und bringen das Bike und uns so ziemlich ans Limit. Dank einem Freund, der auf den North Shore Trails aufgewachsen ist, finden wir sogar die versteckten Trails...Es ist ein riesen Paradies hier und ein grosser Bike-Spielplatz! Genau das richtige um den Kopf zu lüften und nach vorne zu schauen!

Bericht im Telebasel

Bikefestival Basel vom 16. August 2015

18. August 2015

Versöhnlicher Abschluss auf nationaler Ebene für Katrin Leumann vom Ghost Factory Racing Team. Nachdem man in den letzten Wochen einsehen musste, dass Katrin Leumann in dieser Saison nicht mehr an ihr gewohntes Leistungspotential anknüpfen kann wurden die hochgesteckten Ziele etwas revidiert. Es geht nun nicht mehr um bestimmte Platzierungen sondern viel mehr um ein gutes Gefühl und um eine gute Grundlage zu schaffen damit im nächsten Jahr alles wieder nach Plan klappt.
Beim Bikefestival Basel war zwar die Frauenkonkurrenz nicht auf höchstem Niveau, dennoch kann Katrin Leumann mit ihrem 4. Rang sehr zufrieden sein. Das vom schlechten Wetter geprägte Rennen benötigte viel Kraft, Energie und Fingerspitzengefühl. „Der tiefe Boden und der am Bike klebende Dreck, machten das Rennen extrem schwierig“, kommentierte Leumann. Der Aufstieg musste grössten Teils rennend bezwungen werden womit der Rhythmus total gebrochen wird und in der schmierig, rutschigen Abfahrt brauchte es höchste Konzentration um nicht zu stürzen. „Heute war ich mit meiner fahrtechnischen Darbietung sehr zu frieden. Ich stürzte nie und freundete mich mit dem rutschigen Untergrund sehr schnell an, obwohl es sehr lange her ist, seit meinem letzten Schlammrennen. Ich hatte das nötige Feingefühl zwischen Bike machen lassen und Bike kontrollieren“, sagte Leumann zufrieden.
Bei solchen Wetterverhältnissen kämpft jeder Athlet auch mit technischen Porblemen am Gerät. Aber auch da fand Leumann eine gute Lösung mit dem Problem umzugehen. Dazu erklärt sie: „In der technischen Zone habe ich den Antrieb immer mit Wasser etwas gereinigt. Mit einer Trinkflasche geht das im Fahren tip top. Beim Aufstieg, den man nicht fahren konnte, habe ich dann das Bike immer auf dem Rücken getragen, denn beim Schieben bleibt noch mehr Dreck am Bike kleben.“ Bevor sie dann sich wieder aufs Bike schwang, entfernte sie mit den Fingern den gröbsten Dreck beim Antrieb und konnte so ohne grossen Zeitaufwand die technischen Probleme minimieren.
Leider verhinderte trotzdem ein Kettenaushänger den Anschluss an die vordere Gruppe. Die Rundenzeiten zeigten, dass ohne dieses Malheur evt. noch mehr drin gelegen wäre. „Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem 4. Rang. Für mich ist es nicht die Ledermedaille sondern die Schoggimedaille. Ich kann mich momentan nicht an der Konkurrenz messen, sondern muss mit mir und meiner Leistung zufrieden sein.“
©Michel Studer

Weltcup in Windham vom 10. August 2015

10. August 2015

Die Vorzeichen für Katrin Leumann waren nach dem Sturz von vor einer Woche nicht ideal. Durch verschiedene Behandlungen konnten jedoch die Knochen gerichtet und die Muskeln so gut wie möglich wieder gelockert werden.
„Nach dem Erlebnis von letzter Woche war ich etwas gehemmt am Start. Ich wollte dem Gedränge aus dem Weg gehen und habe vielleicht ab und zu etwas zu viel gebremst“, meinte Leumann. Ihre Startposition 40 konnte sie dennoch verbessern.
In der Hälfte des Rennens verlor Leumann jedoch wieder einige Plätze.
„Ich habe zu diesem Zeitpunkt extrem gegen negative Gedanken gekämpft. Ich war nicht weit davon entfernt, das Rennen aufzugeben“, schilderte Leumann ihren Dämpfer. Sie konnte sich jedoch nochmals aufrappeln und auf den letzten zwei Runden noch je eine Fahrerin überholen. Zum Schluss resultierte der 35. Rang. „Klar habe ich mir mehr erhofft. Eigentlich wollte ich hier in Übersee wieder an mein altes Leistungsniveau herankommen, doch wie ich einsehen muss, war dies zu optimistisch“, bekundete Leumann etwas gedämpft. Die Rehabilitation ging zu Beginn zwar relativ schnell in die richtige Richtung, geht nun aber nur noch in kleinen Schritten voran. „Es braucht gerade viel Durchhaltevermögen und Motivation, aber ich bekomme von vielen Seiten aufmunternde Worte und wenn ich darüber nachdenke ist es ja auch erstaunlich, dass ich überhaupt der Belastung eines Weltcuprennens bereits stand halten kann“, sagt Leumann, „auch wenn man lieber schon wieder schneller unterwegs wäre.“
Am kommenden Sonntag steht nun das Heimrennen auf dem Schänzli in Muttenz an. „Ich freue mich wieder einmal vor Heimpublikum Rennen zu fahren, auf all die bekannten Gesichter am Streckenrand und auf mein Bett zu Hause“, sagt Leumann mit einem Lächeln.

Weltcup in Mont S. Anne (CAN) vom 2. August 2015

3. August 2015

Nach der EM in Italien ging es für mich direkt weiter via München und Toronto nach Quebec. Nach gut einer Stunde Autofahrt kamen wir in Mont Sainte Anne an, wo der vierte Weltcup dieser Saison stattfand.
Mir kam die frühe Anreise sehr entgegen, denn der Jetlag macht mir immer etwas zu schaffen...in den ersten Tagen schonte ich mich noch etwas und wagte mich erst am Donnerstag das erste mal auf die Strecke.
Die Runde hier am Fusse des Skihügels von Quebec bezeichne ich als eine der schwersten Strecken, die es gibt. Die drei Anstiege sind äussertst steil und danach stürzt man sich mit hohem Puls immer in eine sehr anspruchsvolle Abfahrt mit vielen Steinen und Wurzeln. Auf der Runde kann man sie nie erholen und ein Highlight folgt auf das nächste. Es braucht über die ganzen 3,9km höchste Konzentration ansonsten landet man unsanft auf dem ruppigen Boden.
Diese Erfahrung machte ich nach gerade mal 3 Minuten Renndauer...aber nicht weil ich unkonzentriert gewesen wäre sondern weil mich eine andere Fahrerin von hinten abräumte. Das Rennen war also schon zu ende bevor es überhaupt richtig begonnen hatte. Es schleuderte mich so plötzlich durch die Luft, dass ich nicht mehr reagieren konnte und erstmal heftig auf den Brustkorb aufprallte. Es verschlug mir den Atem und ich hächelte verzweifelt nach Luft. Zum Glück kam unsere Physio sofort her gerannt und half mir. Nach einer kurzen Sammlung entschied ich mich zum Erstaunen aller Leute zu einer Weiterfahrt. Kurz den Lenker richten, aufspringen und weiter gings...
Ich hatte bereits so eine grosse Lücke zur letzten Fahrerin, dass alle Journalisten, Fotografen und Zuschauer, die vom Start zur spektakulären Steinabfahrt strömten, davon ausgingen, dass niemand mehr kommt und alle auf der Strecke gingen. Als bemerkt wurde, dass ich noch kam, spendeten sie mir einen extra Applaus, doch dies nützte mir nicht wirklich viel.
Durch den heftigen Sturz verlor mein Vorderrad sowie mein Hinterrad so viel Luft, dass ich kaum mehr fahren konnte. Den zweiten Anstieg und die folgende Abfahrt musste ich dann rennend zurücklegen, bis ich in der Techzone dann gleich zwei neue Laufräder montiert bekam. Mit bereits über 6 Minuten Rückstand machte ich mich auf die zweite Runde. Nach 3 Runden wurde ich dann wegen zu grossem Rückstand aus dem Rennen genommen. Ich bin zwar stolz, dass ich es versucht habe weiter zu fahren und trotz Sturz technisch sauber über die schwierigen Passagen gekommen bin, doch dies bringt mich rein faktisch betrachtet auch nicht weiter...denn weitere wichtige Punkte für die Weltrangliste gingen erneut flöte.
Ich hoffe, dass ich mich nun innerhalb von einer Woche so gut von den Blessuren erholen kann, dass ich wenigstens in Windham nächsten Sonntag eine ansehliche Leistung zeigen kann.

Europameisterschaften in Alpage (I) vom 26. Juli 2015

3. August 2015

Nach eher durchzogenen Rennen der letzten Woche reiste Katrin Leumann ohne grosse Ambitionen an die EM nach Italien. Das Ziel war es das momentane Leistungspotenzial abrufen zu können und nicht unbedingt eine spezielle Rangierung einzufahren.
Die doch sehr altmodische Strecke kam Leumann mit den vielen Höhenmetern sehr entgegen. Ein langer steiler Aufstieg, nur unterbrochen durch kurze Abfahrten, prägten die Strecke. Die folgende Abfahrt war technisch nicht höchst anspruchsvoll und man konnte sich ziemlich gut erholen bevor es zum Ziel nochmals ein steiler Wiesenanstieg gab. Leumann startete gut und reihte sich bereits in der ersten Runde in den Top 20 ein. „Ich hatte endlich mal wieder ein gutes Gefühl im Rennen. Die Beine drehten gut und der Puls stimmte mich zuversichtlich“, sagte Leumann.
Mit dem Wissen, dass man sich auf dieser Strecke die Kräfte gut einteilen musste, versuchte sie sich nicht von den Konkurrentinnen beeindrucken zu lassen. „Ich fuhr einfach mein Rennen, ging nicht jede Tempoverschärfung mit und liess mich auch mal überholen ohne um jeden Preis dranzubleiben. Diese Taktik ging ganz gut auf“, erklärte Leumann im Ziel. Dass Leumann im letzten Aufstieg noch über genügend Kräfte verfügte, zeigte sie, indem sie gleich noch zwei Fahrerinnen vor ihr einholen und überholen konnte und so mit einem zufriedenen Gesicht als 18. ins Ziel kam.
„Ich bin einfach froh, dass das gute Renngefühl wieder zurück ist. Das war mir sehr wichtig“, erklärte Leumann.
Mit gestärktem Selbstvertrauen geht es nun nach Übersee an die Weltcuprennen in Kanada und USA.

MTB Schweizermeisterschaft vom 19. Juli 2015

20. Juli 2015

Ein stetiges auf und ab, kein richtiger Aufstieg aber auch keine Talfahrt, so kann man die Strecke in Langendorf beschreiben oder eben auch die körperliche Verfassung von Katrin Leumann. Mal geht es ganz gut, mal will es gar nicht. „Für mich ist es momentan sehr schwierig einschätzen zu können, wie viel mein Körper bereits mitmacht und wann er wieder etwas rebelliert“, sagt Leumann.

Obwohl es an der SM keine internationale Beteiligung gibt, stand ein hochkarätiges Feld an der Startlinie. Mindestens 7 Fahrerinnen besitzen die Fähigkeit am Weltcup in die Top 15 zu fahren. Eine spannende Ausgangslage für die begehrten Podestplätze wie kaum in einem anderen Land.
Obwohl Leumann aus der zweiten Reihe ins Rennen ging, gelang ihr ein guter Start und sie schlich sich in der ersten Kurvenkombination geschickt an die 3. Stelle. Doch ihre Beine und die Lunge verrieten ihr schon bald, dass sie diese Rangierung nicht lange halten würde. Und so kam es, dass Leumann zwar in der ersten Runde den Sichtkontakt nach vorne noch hatte, aber bald dann auch nach vorne die Lücke zu gross wurde. „Eigentlich wollte ich das Rennen frühzeitig beenden, doch am Streckenrand standen so viele Leute, die mich anfeuerten und die sich freuten, dass ich wieder Rennen fahren kann. Ich konnte einfach nicht aufgeben“, meinte Leumann, „und trotzdem wollte ich den Körper nicht unnötig quälen, wenn er nicht mitmachen wollte.“ So fuhr Leumann mit einem zügigen Tempo zu ende, ohne zu sehr ans Limit zu gehen. Nach 1h30 erreichte sie das Ziel an 7. Stelle.
„Ich muss es einfach akzeptieren, dass mein Körper noch nicht immer ans gewohnte Limit oder etwas darüber gehen kann“, sagt eine leicht bedrückte Katrin Leumann.

Das Rennen wurde von Kathrin Stirnemann gewonnen, welche von einem technischen Defekt bei Jolanda Neff profitierte. Zweite wurde Nathalie Schneitter vor Jolanda Neff.

Weltcup in der Lenzerheide vom 5. Juli 2015

6. Juli 2015

Mit einem gestärkten Selbstvertrauen reiste Katrin Leumann an den Heimweltcup in der Lenzerheide. „Das Rennen vor einer Woche fühlte sich wieder einmal richtig gut an und auch im Training spüre ich, dass ich weiter Fortschritte gemacht habe“, sagte Leumann.

Aus der vierten Reihe startend, galt es für die Ghost Factory Racing Fahrerin auf den ersten Metern möglichst viele Ränge gut zu machen. Nach dem Start folgte der einzige längere Anstieg der Runde. Da es auf einer Asphaltstrasse hoch ging, gab es auch die Möglichkeit zu überholen. „Der Start hier war schon viel fairer. Beim letzten Weltcup wurde es sehr schnell zu schmal für so viele Fahrerinnen und ich stand so zu sagen im Stau“, schilderte Leumann die Situation. Das Unterfangen gelang ihr nicht schlecht und sie konnte ohne gross behindert zu werden die erste Singeltrailabfahrt unter die Räder nehmen. Nach einem guten Start ging es bei Leumann auf einmal nicht mehr im gewohnten Tempo weiter. Auf dem zweiten Streckenteil, der weniger Höhenmeter am Stück beinhaltete und man über viele Wurzeln und Steine holperte, wurde sie wieder von einigen Fahrerinnen überholt. Fahrerinnen, die am langen Aufstieg nur langsam voran kamen, konnten wieder zu Leumann aufschliessen, sie überholen und sogar abhängen. „Ich haderte in den ersten Runden damit, dass das gute Gefühl vom Training weg war. Ich fühlte mich schlecht, konnte nicht so angreifen wie ich mir das vorgestellt habe“, meinte sie zu den ersten drei Runden, „danach glaubte ich, dass ich durch den grossen Rückstand auf die Spitze aus dem Rennen genommen werde und gab noch einmal alles.“ Bei den Weltcuprennen gilt, wer zu viel Rückstand auf die führende Fahrerin hat, wird bei Start und Ziel aus dem Rennen genommen und nicht mehr auf die verbleibenden Runden geschickt. Leumann wollte somit nochmals versuchen einige Fahrerinnen zu überholen, denn klassiert wird man trotzdem auch mit Rundenrückstand. Doch zum Erstaunen von Leumann, war der Rückstand noch zu klein und sie durfte weiterfahren. So fuhr Leumann drei Runden lang, als wäre es die Letzte und auf einmal lief es wieder. Sie holte Fahrerin um Fahrerin auf und erreichte das Ziel schliesslich auf dem 30. Rang. „Mein Ziel war es zwischen dem 20. und 30. Rang klassiert zu werden. Dies habe ich jetzt eigentlich erreicht, aber so richtig zu frieden bin ich nicht“, analysierte Leumann nach dem Rennen, „die letzten drei Rundenzeiten zeigen, dass ich fähig gewesen wäre 5 bis 10 Ränge weiter vorne zu fahren.“
Auch wenn die Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, ist es trotzdem erstaunlich, dass Leumann nach dem langen Spitalaufenthalt bereits wieder so gut in einem Weltcupfeld mitfahren kann. „Richtig geduldig muss ich erst jetzt sein, denn von 0 bis 80 % ging es in relativ grossen Schritten voran, aber bis ich nun noch die letzten 20% oder etwas darüber erarbeitet habe, geht es nun halt etwas länger“, sagt Leumann und lässt nicht daran zweifeln, dass sie auch diesen Schritt noch machen wird.
Weiter geht es in zwei Wochen mit der Schweizermeisterschaft in Langendorf neben Solothurn.
©Armin Küstenbrück

BMC Cup inYverdon vom 28. Juni 2015

30. Juni 2015

Vor dem Weltcup in der Lenzerheide vom kommenden Sonntag, wollte ich nochmals eine Rennbelastung fahren. Da kam der BMC Cup in Yverdon fast gelegen…es war zwar ziemlich weit, denn ich weilte auf dem Bernina in einem Trainingslager. So fuhr ich bereits um 4:45 Uhr los und machte mich auf den Weg in die Westschweiz. In Jona wurde umgepackt und Markus fuhr mich dann bis an den Neuenburgersee. Da das Rennen an diesem Ort noch nie stattfand, wusste ich nicht, was mich auf der Strecke erwarten würde. Ich nahm die Runde gleich zum Einfahren unter die Räder. Die Strecke war sehr schnell, gespickt mit ein paar technisch anspruchsvollen Abschnitten und einem ständigen hin und her. Ich verlor relativ schnell die Orientierung. Doch für eine zweite Runde und einer seriösen Besichtigung fehlte die Zeit und so stellte ich mich etwas spärlich vorbereitet an den Start.
Ich konnte erneut sehr schnell starten und führte das Feld bis in die Hälfte der ersten Runde an. Danach wurde in einen Trail gesprintet und ich verlor in den folgenden technischen Stücken den Anschluss. Ich war sehr unsicher, wieviel es in den schnellen Kurven wirklich erträgt und ich musste so die ersten Runden etwas vorsichtiger angehen, bis ich dann die Strecke auch in den Griff bekam! Das ständige Licht-Schatten Spiel machte es für mich auch nicht einfacher, wusste ich irgendwie nie, ob gleich eine Wurzel, ein Stein oder ein Loch kommt. Mit der aufkommenden Sicherheit konnte ich mich auch an Position 4 schieben, doch Ramona Forcchini hinter mir gab sich nicht geschlagen und konnte mich kurz vor der letzten Runde ein- und überholen. Irgendwie traute ich mir noch nicht zu, dass ich nochmals etwas zusetzen könnte und so liess ich sie, unversucht zu reagieren, ziehen. Da von hinten keine grosse Gefahr bestand eingeholt zu werden, fuhr ich die letzte Runde nicht mehr Komplet am Limit. Doch das gute Gefühl nahm ich mit und ich freute mich riesig über den 5. Schlussrang. Endlich fühlte es sich wieder richtig an, Rennen zu fahren. Alles stimmte und das gute Gefühl gab mir seit langem wieder etwas Selbstvertrauen auf dem richtigen Weg zu sein.

HC Rennen in Gränichen vom 7. Juni 2015

8. Juni 2015

Bereits eine Woche nach meinem Renneinstieg stand auch schon der zweite Wettkampf auf dem Programm. In Gränichen wurde das Rennen im hoch dotierten HC Status ausgetragen und so fanden auch ziemlich viele internationale Fahrerinnen den Weg in den Aargau.
Mein Trainer gab mir vor dem Start noch einen Tipp oder Wunsch mit auf den Weg. Ich soll schnell starten, schauen, ob das noch geht und dann meinen Rhythmus finden. Ich war etwas unsicher, konnte ich in Albstadt vor einer Woche noch nicht so starten wie ich mir das gewohnt bin und traute es mir daher auch eine Woche später noch nicht wirklich zu.
Daran glauben soll man und so stellte ich mich in der 3. Reihe an den Start mit dem Gedanken möglichst schnell den ersten Berg hinauf zu kommen und erst danach an die weiteren Runden zu denken.
Der schnelle Start glückte mir…ich machte mich an 3. Position in die erste Abfahrt, büsste aber danach etwas für meinen Effort…ich wurde noch von einigen Fahrerinnen überholt, bis ich meine Position im Feld fand. Danach hatte ich einige Positionskämpfe mit einer Russin und einer Italienerin, konnte mich aber im längeren Teeranstieg und in den technischen Passagen immer wieder absetzen.
In der letzten Runde hatte ich noch eine Gruppe von rund 4 Fahrerinnen vor mir, doch das Kämpferherz wurde in den 5 Runden zuvor schon so strapaziert, dass ich mich nicht mehr genug quälen konnte und mich mit meinem Rang zufrieden gab.
Step by step geht es vorwärts, ich konnte bereits wieder kleine Fortschritte erzielen und Phasenweise schon wieder ganz ordentlich Rennenfahren…je näher ich jetzt an die 100% herankomme, desto kleiner werden die Schritte und desto mehr Geduld muss ich aufbringen…ich hoffe, sie geht mir so schnell nicht aus!

Verzicht auf die European Games in Baku

4. Juni 2015

Der Entscheid fiel mir sehr schwer...fiel aber im Sinne des Sports.
Nach den Leistungstests hatte ich das OK von Swiss-Cycling, dass ich an den ersten Europa-Spielen in Baku teilnehmen kann. Ich freute mich sehr, denn so ein Grossanlass ist immer auch ein Erlebnis und auf grosser Bühne sein können zu zeigen motiviert zusätzlich. Ich war sehr zuversichtlich, dass ich in den nächsten Wochen meine Form weiter verbessern könnte und fand auch, dass ich nach der langen Leidenszeit einen Start auch verdient hätte.
Nach dem Weltcup in Albstad kam dann die Diskussion auf, dass Kathrin Stirnemann oder ich den Platz für Linda Indergand frei machen könnten. Obwohl Stirnemann nicht entscheidend schneller fuhr als ich, sieht sie dank der Streckenführung in Baku trotzdem eine Chance für sich, ein gutes Rennen zu zeigen.
Da Baku zwar ein grosses Erlebnis gewesen wäre, aber nicht der Höhepunkt meiner Saison bedeutet gab ich schweren Herzens den Verzicht bekannt.
Ich wünsche allen Athletinnen, dass sie ihre Leistung abrufen können, ein grandioses Rennen zeigen und das Erlebnis geniessen.

Weltcup in Albstadt (D) vom 30. Mai 2015

2. Juni 2015

Nach der langen Pause und der Reha stand ich zum ersten Mal wieder am Start eines Mountainbike Rennens. Dass es ausgerechnet ein Weltcup sein würde war nicht geplant, hat sich aber so ergeben. Viel früher als erwartet bekam ich das OK von allen Seiten um wieder ins Wettkampfgeschehen einzugreifen. Ob ich wirklich eingreifen konnte sei dahin gestellt, dennoch kann das Comeback als gelungen bezeichnet werden.
Sehr berührt hat mich, wie ich von allen Seiten wieder aufgenommen wurde und sich auch viele Konkurrentinnen darüber freuten, dass ich wieder fahren konnte. So viele nette Worte und anteilnehmende Gespräche habe ich nicht erwartet...
Etwas verunsichert startete ich mit der Startnummer 40 aus einer der hinteren Startreihen. Wird mein Körper so einer Belastung standhalten?
Ich nahm mir vor ruhig zu starten, nicht in Hektik zu geraten und das zu erwartende Gerangel und Staustehen anzunehmen. Dies gelang mir ziemlich gut, ich traf zwar bei den technischen Passagen ab und zu die falsche Entscheidung, dennoch liess ich mich nicht aus dem Konzept bringen. Nach der ersten Runde lag ich auf dem 52. Rang...ich arbeitete daran, dies noch zu verbessern, doch auf den Positionen da hinten war es gar nicht so einfach, denn in den technischen Passagen wurde ich immer wieder aufgehalten, musste absteigen oder die langsamere Chickenline nehmen und verpasste so immer wieder den Anschluss. Wacker versuchte ich den Rhythmus so hoch wie möglich zu halten und konnte mich mit konstanten Rundenzeiten Platz für Platz nach vorne arbeiten. In den steilen Aufstiegen merkte ich, dass mir die Kraft schon noch fehlt, musste ich ja auch alle Muskeln wieder neu aufbauen, dennoch war es ein gutes Gefühl den Zug auf den Pedalen wieder zu spüren. Erfreulich ist auch, dass mir der lädierte Ellenbogen überhaupt nicht mehr weh tut und ich ihn voll belasten kann.
In der letzten Runde konnte ich nochmals zwei Fahrerinnen überholen und erreichte somit den 35. Schlussrang. Im Ziel wusste ich nicht so recht, ob ich jetzt über den Rang enttäuscht sein soll oder ob ich mich einfach freuen sollte, dass ich es überstanden hatte. Der Kopf sagt ganz klar, dass es eine aussergewöhnliche Leistung ist, nach so vielen Wochen im Spital bereits wieder Rennen zu fahren, das Herz jedoch würde lieber jetzt schon wieder ganz vorne mitfahren.

Telebasel

Bike-Orienteering Rennen

25. Mai 2015

Währenddem meine Konkurrentinnen am ersten Weltcup der Saison starteten, suchte ich mir einen etwas sachteren Renneinstieg. Das Bike-Orientierung Wochenende im Elsass kam mir da gerade gelegen. Es standen 3 Rennen an 3 Tagen auf dem Programm und ich wollte dies nützen um wieder etwas in die Rennatmosphäre und Rennbelastung zu kommen.
Mein letzter Bike-O liegt aber bereits 5 Jahre zurück und seither habe ich keine OL Karte mehr in den Händen gehalten. Eine kurze Einführung erhielt ich von der mehrfachen Weltmeisterin Christine Schaffner, die im Schwangerschaftsurlaub ist, und der aktuell schnellsten Schweizerin Maja Rothweiler. In meinem Kopf herrschte ein wahres Chaos von Höhenkurven, schnelle Wege, schmale Wege, Wiesenwege usw.
Los ging es mit einem Sprint Rennen. Schnelles Kartenlesen, schnelles Entscheiden und schnelles Fahren kombiniert würden die idealen Voraussetzungen für ein gutes Rennen ergeben. Ja, das Kartenlesen ging schon, fand ich doch alle Posten in der richtigen Reihenfolge, nur ging es bei mir doch deutlich länger als bei den routinierten Fahrerinnen. Zudem konnte ich mir die Route auch nicht so gut einprägen und musste ein oder zwei Stopps zusätzlich einbauen. Es resultierte der 5. Rang und der 2. Rang in der Schweizer Rangliste.
Mit dem Wissen, dass ich so eine OL Karte zumindest entziffern konnte startete ich dann am Sonntag zur Mitteldistanz. Mit einberechnen musste ich den neuen Massstab der Karte, ich hatte nun also etwas länger Zeit, bis die Kreuzung auf mich zu kam…
Ich kam sehr gut voran und war dann bei Posten 5 etwas überrascht, dass mich Maja Rothweiler, sie startete 2 Minuten hinter mir, bereits einholen konnte. Als ich ihr nachfuhr zum nächsten Posten bemerkte ich meinen Fehler. Diesen Posten hatte ich nämlich bereits abgestempelt. Dies war natürlich ein grober Kartenlesefehler, fuhr ich vom Posten 4 zum 6 und zum 5 und wieder zum 6. Bis zum Posten 7 klemmte ich mich bei Maja ans Hinterrad, danach entschied ich mich aber dafür, mein eigenes Rennen zu machen und nicht einfach ihr hinterher zu fahren. Ich entschied mich dann auch für eine andere Routenwahl, die mir lesetechnisch einfacher vor kam, und konnte prompt Zeit gut machen und die weiteren Posten vor ihr abstempeln. Eine zu lange Abfahrt auf einer Teerstrasse kostete mich dann aber wieder viel Zeit, musste ich doch alles wieder hochfahren zur verpassten Wegkreuzung und Maja konnte mich wieder überholen. Ohne grosse Schnitzer kam ich dann noch über die Runden und belegte nach gut 50 Minuten erneut den 5. Gesamtrang.
Weiter ging es am Montag mit dem Langdistanzrennen. Ich freute mich darauf, denn nun hatte ich mich etwas an das Kartenlesen gewöhnt und fühlte mich sicherer. Der erneute Massstabwechsel irritierte mich zwar zu beginn, doch das grössere Problem war für mich der Regen. Durch die Nässe konnte ich meine Standortkleber nicht mehr benützen und ich verlor mich immer wieder auf der Karte. Manchmal etwas schneller als die Konkurrenz aber meistens etwas langsamer fand ich auch heute alle Posten, diesmal auch in der richtigen Reihenfolge. Obwohl ich mich in den Rebbergen ziemlich verfahren habe, rettete ich mich wieder auf die richtigen Wege und erreichte nach etwas über 2 Stunden das Ziel. Erneut war ich hinter Maja zweite Schweizerin, in der Endabrechnung reichte es für den 6. Rang.
Fazit: Trainingstechnisch war es ideal, Spass hat es auch gemacht und das Kartenlesen ist noch verbesserungswürdig!

Schneller als erwartet...

19. Mai 2015

Tage und Wochen vergehen, es kommt mir aber vor als wären es Monate. Es verändert sich so viel, es passiert täglich etwas Neues, so viele Erkenntnisse und Eindrücke, dass eine Woche mir vor kommt wie ein Monat.
Vor drei Wochen machte ich einen ersten Leistungstest in Magglingen. Noch nicht sicher, ob ich mich wirklich ausbelasten kann, liessen wir es offen, ob es bei einem submaximalen Stufentest bleibt, oder ob ich bis zur Abbruchleistung belasten kann. Alles oder Nichts, fuhr ich bis es nicht mehr ging. Der Test brachte überraschende Erkenntnisse. Nach nur wenigen Wochen kam ich vom Spitalbett zurück auf eine Ausdauerleistung, die nicht aus dem Raster fällt im Vergleich zu all meinen Leistungstests in den letzten Jahren. Dass der Körper nach so einer langen und intensiven Ruhephase die aneroben Belastungen noch nicht toleriert war jedoch zu erwarten. Ich setzte den Schwerpunkt des Trainings nun darauf, dem Körper die Laktattoleranz wieder schmackhaft zu machen. Statt die Strassenrundfahrt in Tschechien abzusagen, traute ich mich meine ersten intensiven Einheiten gleich im Wettkampf zu machen. Zudem war es für mich mental wichtig, die Sicherheit auf dem Velo zurück zu bekommen, mich wieder in einem Feld zurecht zu finden und die Angst gegenüber dem Stürzen abzubauen. Auch wenn ich die Strassenrundfahrt nicht ganz zu ende fahren konnte, war es für mich in allen Punkten ein voller Erfolg.
Gestern fuhr ich nun mit gemischten Gefühlen wieder nach Magglingen zu einem weiteren Leistungstest. Ganz reibungslos und ohne Rückschläge verlief auch diese Phase der Reha eigentlich nicht. Immer wieder merke ich, dass eben doch noch nicht alles wieder beim Alten ist. Plötzliche Müdigkeit überfällt mich ab und zu, muskuläre Disbalancen tauchen auf oder Knieschmerzen, die das Lauftraining ausfallen lassen, aber es geht immer vorwärts und das stimmte mich positiv für einen weiteren Vergleich im Labor.
Vorweg, auch dieser Leistungstest verlief positiv überraschend! Konnte man den Leistungstest vor drei Wochen deutlich mit dem Niveau vergleichen, welches ich sonst im Herbst nach der Pause aufweise, passierte nun in drei Wochen, was sonst zwischen Herbst und Frühling sich in mehreren Monaten entwickelt. Ich befinde mich demnach bereits wieder auf einem guten Vorwettkampfniveau und mache mich nun an den Feinschliff…
Der erste Weltcup in Nove Mesto (CZ) kommt dennoch etwas zu früh für mich aber ich bin sicher, dass ich das Comeback früher geben kann als nach der Spitalentlassung sich der optimistischste Mensch hätte erträumen können. :-) Ich freue mich!!!

Artikel in der Basler Zeitung

14. April 2015

Reha und der Weg zurück...

13. April 2015

Es sind schon wieder einige Wochen vergangen seitdem ich aus dem Spital entlassen wurde. Mir kommt es schon wie eine Ewigkeit vor, was es etwas gefährlich macht, denn ich benehme mich meistens so, als sei nie etwas passiert. Die Balance zu finden zwischen Reha, Erholung und der Drang zur Aktivität, ist nicht immer einfach.
Nach einer Woche Reha in der CrossKlinik bekam ich grünes Licht für eine Woche nach Zypern zu fliegen. Hier ging es vor allem darum die Fotoshootings von meinem Team nicht zu verpassen, gleichzeitig konnte ich aber auch Sonne tanken und mich langsam wieder ans Radfahren herantasten. Die erste Trainingseinheit absolvierte ich noch auf der Rolle bevor ich mich dann mit meinem neuen Ghost Lector auch auf die Strasse wagte. Von zu beginn 10 Minuten rollen konnte ich mich doch bis auf gut 2 Stunden steigern!
Zurück in der Schweiz wurde ich erneut ärztlich betreut und untersucht. Die Erleichterung war riesig, als die Blutwerte zumindest der Wert, der die Entzündung anzeigt, in den Normbereich hinunter fiel. Dass sich noch nicht alle Werte komplett erholt haben, merke ich auch noch beim Radfahren. Jegliche Belastung über der Grundlage ist noch nicht möglich, aber ich geniesse es zurück auf dem Bike zu sein.
Eine Woche in der Toskana mit der Nationalmannschaft war für mich der Einstieg zurück ins Sportlerleben. Ich konnte bereits erstaunlich viele Trainings gemeinsam mit den Mädels unter die Räder nehmen. Danke für den Windschatten ☺
Auch über Ostern im Tessin konnte ich weitere Kilometer sammeln und genoss das schöne Wetter bei langen Ausfahrten!
Langsam taste ich mich wieder heran an einen Spitzensport orientierten Alltag. Etliche Muskulatur muss wieder aufgebaut werden und irgendwie erfreue ich mich auch am Muskelkater, denn dies zeigt mir, dass es voran geht. Auch wenn es zu beginn sehr ungewohnt war vom Radfahren Muskelkater zu bekommen. Neben den Beinen müssen natürlich auch der Rumpf und die Arme daran glauben!
Wann ich in die Rennsaision einsteigen kann werden weitere gesundheitliche Untersuchungen und physische Tests zeigen. Ich halte euch auf dem Laufenden...

Beitrag auf Telebasel

14. März 2015

Kurz nach meiner Entlassung aus dem Spital hat mich das Telebasel auf dem ersten Weg zurück, der Reha in der Cross Klinik, begleitet.

Hier geht es zum Bericht ab Minute 6 bin ich auf Sendung...

Fast zwei Wochen später kann ich sagen, dass es mir schon deutlich besser geht ein normaler Trainingsalltag aber noch weit weg ist.

Der lange Weg zurück beginnt...

28. Februar 2015

Geplant war eine grössere Untersuchung am Montag damit dann entschieden werden kann, wann ich nach Hause gehen darf. Wider Erwarten bekam ich gestern von meinem behandelnden Arzt die freudige Nachricht, dass ich bereits heute Samstag das Spital verlassen darf.
Ja, es gab Freudentränen und ich weiss nicht, ob es vielleicht nicht sogar ein paar mehr waren als damals beim Sieg an der EM. Gleichzeitig hat mich die Nachricht auch etwas überfordert…
Über 3 Wochen lag ich hier in Männedorf im Spital, habe so zusagen eine Einzimmerwohnung bezogen und wurde von so vielen netten, zuvorkommenden und hilfsbereiten Leuten betreut.
Aber es gab auch ganz schwierige Zeiten, in denen bereits das Aufsitzen schmerzhaft war, das Aufstehen sicher 30 Minuten mentale Vorbereitung brauchte und mir das Zähneputzen schon wie ein Weltcuprennen vorkam. Auch mit der Nahrungsaufnahme wollte es nicht immer wie gewünscht klappen, ich war schwach und das grösste der Gefühle war mit allen Schläuchen und dem Infusionsständer über den Gang zu schleichen. Jetzt ist alles abgestöpselt und ich habe mich schon dabei ertappt, wie es schon zur Gewohnheit wurde den Tannenbaum und den Schlauch, der aus dem Bauch kam, mitzunehmen aber da ist nichts mehr und ich fühle mich frei wie ein Vogel.
Weitere Erfahrungen, die ich im Spital gemacht habe sind, ich weiss nicht mehr wann ich das letzte mal unter einer Dusche stand. Sich stets mit einem Lappen zu waschen ist eben schon nicht das Gleiche wie wenn ein feiner Wasserstrahl auf einen nieder prasselt. Man gibt sich damit zufrieden, dass die Haare nur einmal die Woche gewaschen werden und es ist in dieser Situation auch total in Ordnung. Ich wusste gar nicht, dass die Haare an den Beinen soooooo lang werden, aber auch dies hat mich in dieser Situation überhaupt nicht gestört und dann durfte ich noch die Erfahrung machen, wie es ist, wenn man 7kg zunimmt. Ich lehnte mich an eine Wand an und hatte das Gefühl ein Kissen zwischen mir und der Wand zu haben, aber da war keines…Die weiche Polsterung kam von meinem Rücken. Durch die Entzündung und die wenige Bewegung habe ich zwischenzeitlich so viel Wasser eingelagert, dass mir mein Freund Trainer- und Unterhosen in der Grösse "L" kaufen musste. Ich bin wortwörtlich erleichtert, dass es nun wieder weg ist!
Ja, und nun soll ich all dies hinter mir lassen und einfach verschwinden, sind mir die Leute hier doch auch ans Herzen gewachsen, aber ganz klar, die Freude auf zu Hause überwiegt trotzdem.
Zu Hause steht zuerst einmal die Erholung im Vordergrund, wann es mit Training, wenn man das so nennen kann, weiter gehen soll, kann ich im Moment noch nicht abschätzen.
Der lange Weg zurück beginnt…und ich freue mich darauf!

Ein Unglück kommt selten alleine...

21. Februar 2015

Die Wochen vergehen und die Geschichte glaubt mir kaum jemand...
Am Anfang stand ein Sturz beim Technik Training mit der Nationalmannschaft. Nach der Erstversorgung begleitete mich Nathalie Schneitter in den Notfall nach Uster. Wir versuchten uns die lange Wartezeit so lustig wie möglich zu gestalten, was uns auch mehrheitlich gelang und zum Teil zu Erstaunen des Personals führte...
Nach geschlagenen 4 Stunde durfte ich dann bei Nathalie ins Auto steigen und sie fuhr mich nach Hause. Fakt war, dass ich mir meine ersten Knochenbrüche meines Lebens zuzog. Zum einen war das Radiusköpfchen im Ellenbogen gebrochen, welches mit Hilfe eines Gipses ruhig gestellt wird und ohne weiter Behandlung heilen kann. Zum anderen habe ich mir beim Aufprall den Kiefer noch mehrfach gebrochen und der Bruch am Unterkiefergelenkt erforderte einen Operation.
Nach Absprache mit meinen Vetrauensärzten entschieden wir uns die bereits seit längerem ausstehende Nasenscheidenwandoperation in der selben Vollnarkose zu erledigen. Zwei Tage nach dem Sturz wurde ich dann am 22. Januar im Unispital Basel erfolgreich operiert.
Nach ein paar Tagen Spital versuchte ich mich so gut wie möglich zu Hause zu erholen. Die Vollnarkose machte mir schon etwas zu schaffen und so war ich kaum in der Vertikalen sondern mehrheitlich in der Horizontalen anzutreffen.
Plötzliche Schmerzen in der Leiste verunsicherten mich etwas...was konnte das sein? Aufgrund der Operation war ich ja eigentlich noch unter dem Einfluss von Schmerzmitteln und trotzdem spürte ich einen ganz lokalen, stechenden Schmerz. Nach einer telefonischen Konsultation mit meinem Arzt Andi Gösele bestätigte sich im Notfall der Verdacht auf Blinddarm. Just eine Woche nachdem ich das Spital verlassen hatte, war ich also wieder zurück. Als Notfall wurde ich in den frühen morgen Stunden vom Sonntag operiert. Scheinbar lief alles nach Plan und ich konnte bereits am Dienstag das Spital wieder verlassen. Nicht für lange wie sich herausstellte. Bereits am Mittwoch bekam ich erneut heftige Schmerzen, so dass ich am Donnerstag bei meinem Freund in Jona einen Arzt aufsuchte. Die Entzündungswerte waren so horrend hoch, dass ich ohne Umwege ins nächste Spital musste und so landete ich zur Abwechslung im Notfall in Männedorf.
Nach etlichen Untersuchungen stand fest, dass die bei der Blinddarm OP montierte Klammer wieder aufgefallen ist, was es so gut wie gar nie gibt und ich nun so was wie ein geplatzter Blinddarm hatte. Eine erneute OP war unumgänglich...
Die Blutwerte verbesserten sich aber nur schleppend und ich musste ein erneuter Eingriff unter lokaler Anästhesie über mich ergehen lassen, bei der ein Eiterherd direkt angestochen wurde und mit Hilfe einer Drainage wird jetzt versucht die Flüssigkeit raus zu bekommen. Nach über zwei Wochen wurde jetzt auch entschieden, dass wohl die Keime multiresistent sind und nicht auf das aktuelle Antibiotikum reagieren und so erhalte ich nun seit zwei Tagen ein neues Antibiotikum. Ich hoffe sehr, dass es nun voran geht, denn 16 Tag Spital sind jetzt schon lange...Zudem bin ich ja schon seit dem Sturz am 20. Januar ausser Gefecht...schweren Herzens musste ich schon diverse Trainingslager absagen.
Der Weg zurück wird sehr lange...aber ich freue mich auf die Herausforderung!

Radquer SM in Aigle vom 11. Januar 2015

11. Januar 2015

Nach einem beherzten und starken Rennen lag das Glück leider nicht auf der Seite von Katrin Leumann, welche für das Ghost Factory Racing Team am Start von der Radquer Schweizermeisterschaft stand.
Nach dem in der Nacht heftiger Regen niederprasselte, verwandelte sich die Strecke in eine schlammige Angelegenheit. Die technisch schwierigen Abschnitte mussten nun zu Fuss bewältigt werden und der tiefe Boden verlangte ein kraftorientiertes Radfahren. Die einzigen Höhenmeter, die man überwinden musste, waren die wenigen Meter auf den Rhone Damm, alles Eigenschaften, die Katrin Leumann eigentlich nicht behagen.
Nach einem schnellen Start konnte sich Leumann dennoch mit der Favoritin Sina Frei absetzen. Ebenfalls in der Spitzengruppe befand sich Henzelin und Hottinger, welche jedoch immer wieder um den Anschluss kämpfen musste.
„Ich war total überrascht als es bereits auf die letzte Runde ging, es kam mir gar nicht vor, als wären wir schon so lange im Rennen“, meinte Leumann. Ein Zeichen, dass sie sich wirklich gut fühlte und an einen Sieg glaubte. In der letzten Runde glückte ihr jedoch nicht alles nach Wunsch. Zum einen konnte sich Sina Frei etwas absetzen und konnte ihren Vorsprung nochmals ausbauen als Henzelin stürzte und Katrin Leumann nicht mehr ausweichen konnte und ebenfalls stürzte. Mit dem Glauben, den Anschluss nochmals herstellen zu können, kämpfte Leumann weiter. Rund 800Meter vor dem Ziel, bereits das Hinterrad von der Führenden fokusiert, touchierte sie jedoch einen Pfosten, stürzte und verfing sich ungeschickt im Absperrband. „Es ging alles sehr schnell. Ich wollte alles richtig machen, suchte im Schlamm die richtige Linie und plötzlich zog es mich im tiefen Boden links hinaus direkt in den Pfosten“, schilderte Leumann die Situation. Als Folge davon fiel Leumann auf den 4. Rang zurück, war aber immer noch in Tuchfühlung auf einen Podestplatz. „Ich wollte mir noch mindestens den 3. Rang ersprinten, doch leider versoff ich bevor es auf die Zielgerade ging in einem tieferen Schlammloch und verlor erneut wichtige Meter, die ich dann nicht mehr aufholen konnte“, erklärte Leumann den doch etwas enttäuschenden 4. Schlussrang. „Klar habe ich trotz der Strecke, die nicht auf mich zugeschnitten war, mehr erwartet. Aber es war wohl dennoch eines der besten Cross Rennen dieser Saison. Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, dass es auf der letzten Runde nicht aufging kann passieren“, sagte Leumann, die damit die Radquersaison beendet und sich fortan auf die Mountainbikesaison vorbereitet.
©Werner Jacobs
© katrinleumann.ch, 2016-01-26 09:40
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